Meine Haltung in einem Satz
KI ist ein Werkzeug. Mächtig, vielseitig – aber eben ein Werkzeug. Der Hammer führt nicht den Zimmermann, und die KI führt nicht den Spracharbeiter.
AI-in-the-Loop, nicht AI-on-the-Loose. Ich gebe keinen Text aus der Hand, von dem ich nicht das Gefühl habe, ich hätte ihn auch ohne KI so geschrieben.
Das ist keine Abwehrformel gegen eine unbequeme Technologie. Es ist eine Arbeitsbeschreibung. Die Maschine hilft, die Verantwortung bleibt bei mir. Wenn Sie mit mir arbeiten, arbeiten Sie mit mir – nicht mit einem Modell, das meinen Namen trägt.
Wo ich KI einsetze
Wo ich keine KI einsetze
Ihr Content bleibt Ihrer
Für Auftraggeber ist die Rechtslage die eigentliche Frage, also sachlich: Reine KI-Erzeugnisse sind nach derzeit herrschender Auffassung nicht urheberrechtlich geschützt – ihnen fehlt die persönliche geistige Schöpfung. Weil ich KI ausschließlich als Hilfsmittel nutze und die schöpferische Substanz – Auswahl, Bearbeitung, Komposition, Entscheidung – von mir kommt, entsteht ein schutzfähiges Werk. Was Sie beauftragen, bleibt mein geistiges Eigentum; die Nutzungsrechte gehen an Sie über, wie vertraglich vereinbart.
Und dazu mein Transparenz-Versprechen: Wo ein Ergebnis wesentlich auf KI beruhen würde – etwa eine KI-generierte Bildwelt als tragendes Element –, sage ich es Ihnen vorher im Angebot, nicht hinterher. Die Rechtslage ist stark in Bewegung, höchstrichterliche Urteile fehlen; das hier ist der heutige Stand und meine gelebte Praxis, keine Rechtsberatung.
Was ich von KI halte
KI ist ein starkes Werkzeug, aber kein Orakel. Sie ist ein statistisches Modell: Sie berechnet, welches Wort am wahrscheinlichsten folgt – und ist deshalb schnell darin, Durchschnitt und Klischee auszuwerfen. Die Heilsversprechen der Anbieter sind maßlos übertrieben, und die vielbeschworene »Super-Intelligenz« ist weit entfernt, wenn sie überhaupt je kommt. Wer nüchtern damit arbeitet, holt heute schon viel heraus – ohne den Marketing-Rausch mitzumachen.
Die Chance ist real, und sie ist demokratisch: Vom freien Account für Alltagsaufgaben bis zur unternehmenseigenen Infrastruktur ist KI zu überschaubaren Kosten nutzbar – gerade für kleine und mittlere Unternehmen und für Soloselbständige. Diese Technologie verändert die Sprach- und Wissensarbeit so grundlegend wie das Internet vor zwanzig Jahren.
Dazu gehört, die Schattenseiten nicht wegzublenden: den Bias in den Modellen, den hohen Energie- und Wasserverbrauch, die ungeklärten Urheberrechtsfragen – und die noch ausstehende faire Vergütung für genuin menschlichen Content, den Rohstoff, aus dem diese Systeme überhaupt erst gelernt haben. Wer KI ernsthaft einsetzt, sollte diese Fragen kennen. Ich tue es.
Was das für den Markt heißt
KI trennt die Spreu vom Weizen. Austauschbare Massenware – lieblos durchgewinkte Übersetzungen, Lektorate im Schnelldurchlauf, Textbausteine von der Stange – erledigt die Maschine künftig billiger und schneller. Diese Arbeit wird ersetzt, und das ist keine reine Katastrophe: Sie hat jahrelang die Preise für sprachliche Qualität verdorben.
Was steigt, ist der Wert des Gegenteils. Sobald die austauschbare Ebene automatisiert ist, wird sichtbar, was nur Menschen können – von der Empathie bis zur unerwarteten Idee – und wird wieder angemessen honoriert. Genau darauf setze ich: auf die Fähigkeiten, die keine Maschine hat, und auf die Kompetenz, die Maschine dort einzusetzen, wo sie nützt.
Und für Ihre eigene KI-Nutzung
Sie überlegen, wie KI in Ihre eigene Kommunikation passt – ohne Ihre Stimme zu verwässern oder sich in Datenschutz-Fallen zu verrennen? Dazu berate ich Sie: aus der Praxis, die Sie auf dieser Seite beschrieben finden, nicht aus dem Prospekt. Der naheliegende Einstieg ist das Translation Consulting, wo der KI-Layer schon heute Teil der Leistung ist.
Woher ich weiß, wovon ich rede
Ich rede hier nicht vom Hörensagen. Im Juni 2026 habe ich die Qualifizierung »Master Management with AI« (MMAI, academy4.ai) abgeschlossen: über 90 Stunden, drei ECTS, von den Grundlagen generativer KI über Sicherheit und Recht bis zu Automatisierung und Agentic AI. Sie bescheinigt mir KI-Kompetenz im Sinne von Artikel 4 der EU-KI-Verordnung – also KI sachkundig, verantwortungsvoll und sicher einzusetzen und ihre Chancen wie Risiken zu kennen. Das ist dieselbe Verordnung, deren Transparenzpflichten ab August 2026 diese Seite erfüllt.
Die Fortbildung ist der erste Schritt, kein Schlusspunkt – wer bei diesem Tempo stehenbleibt, ist morgen abgehängt. Von hier an bilde ich mich in eigener Verantwortung weiter. Das Wichtigste steht ohnehin auf keinem Zertifikat: Ich arbeite täglich damit, seit über zwanzig Jahren in der B2B-Kommunikation und als Autor und Produzent. Diese Doppelrolle ist der Grund, warum ich genau weiß, wo das Werkzeug hilft und wo es nichts verloren hat.
Die Regeln, die ich mir selbst auferlege
- Kein Text verlässt mein Haus, den ich nicht auch selbst hätte schreiben können.
- Substanz – Argument, Kernaussage, Struktur – entscheide ich, nicht die Maschine.
- Endredaktion und Verantwortung für das fertige Wort liegen bei mir.
- Ich prüfe KI-Ausgaben auf Fehler, Bias und Quellen. Kein Copy-Paste.
- KI-generierte Bildwelten führe ich künstlerisch und weise sie transparent aus. Meine Markenzeichen (Coeur Diable) generiere ich nie per KI.
- Im Audio hören Sie immer meine eigene Stimme; KI-Effekte darauf sind punktuell und beruhen stets auf meiner eigenen Aufnahme.
- Vertrauliche Kundendaten gehen nur in Werkzeuge mit passender Datenlage (DSGVO, EU-Datenhaltung wo möglich) – niemals in freie Endkunden-Accounts.
- Wo ein Ergebnis wesentlich auf KI beruht, sage ich es Ihnen vorher, nicht hinterher.
Kurz gesagt: KI gehört in die Schleife und an die Leine. Sie arbeitet mit, der Mensch führt.
Für meine Arbeit als Buchhandwerker und Autor gilt dieselbe Haltung – in eigener Sprache nachzulesen unter KI im Schreibhandwerk.

